28.10.2002 - Nachwuchs setzt ein Zeichen

Aus zwickauer-fussballgeschichten..de
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Kapitän: Haben eine Mannschaft mit Zukunft - Gäste lassen sich Schneid abkaufen

Halle/MZ. Bereits in der Halbzeitpause war Stadionchef Günter Riedl angetan von der Leistung des HFC. "Spielerisch sollte man von der zusammengewürfelten Truppe nicht allzu viel verlangen. Doch wie sie sich gegen Zwickau verkauft, wie die jungen Spunde in die Zweikämpfe gehen - das nötigt Hochachtung ab", meinte der als "Eisenfuß" bekannte Abwehrstratege früherer, erfolgreicherer Fußballzeiten...

Der in Halle als "Schwede" bekannte Haudegen erlebte mit den 1115 Zuschauern danach auch die bis dahin vermisste spielerische Zugabe. Der eingewechselte Mario Kövari sorgte mit dem nun aus der zweiten Reihe kommenden Timo Lesch für mehr Angriffswirkung, "wobei die Laufwege der erstmals zusammen spielenden Angreifer noch nicht optimal waren", wie Dirk Mankowski erkannte. Doch auf so richtig kritische Anmerkungen hatte der Trainer, der beim Schlusspfiff deutlich erkennbar nahe am Wasser gebaut hatte, "nach der hohen Anspannung" in den 90 Minuten und den Tagen zuvor bei dem sich ständig veränderndem Personal-Puzzle zu Recht keinen Bock. Er war vielmehr "stolz auf die Mannschaft, die auch für die Spieler, die heute draußen waren, ein Zeichen gesetzt hat". Dafür namentlich mit festzumachen war Manndecker Marko Schädlich, der sein bestes Oberliga-Spiel ablieferte. "Er hat seine Sache hervorragend gemacht", meinte dann auch Markus Lüdicke seinen 20 Jahre jungen "Kontrahenten" im Kampf um einen Verteidiger-Posten. "Marko könnte sich damit vorerst festgespielt haben. So bleibt für mich vielleicht nur eine Position davor", mutmaßte er vor seiner alsbaldigen Rückkehr. Happy war vor allem auch Kapitän Dariusz Kurzeja. Der kleine Pole, der sich allmählich wieder seiner Form aus besseren Tagen nähert, lobte vor allem die Jungen: "Alle haben prima gekämpft und den Gästen damit den Schneid abgekauft. Für mich ist das vor allem der Beweis: Wir haben eine Mannschaft mit Zukunft." Was Gästetrainer Robby Doege nicht anders sah. "Zwei der jüngsten Oberliga-Teams haben sich eine ordentliche Begegnung geliefert, in der am Ende zwei grobe Fehler über unsere Niederlage entschieden haben", meinte der Coach des FSV, dessen Achillesferse die linke Abwehrseite war. "Tobias Große hat diese bei seinem guten Debüt eine Halbzeit lang stark beschäftigt, Timo Lesch sie vor dem Führungstor dann ausgehebelt", beschrieb Mankowski die erfolgreiche Umsetzung eines Teils seiner taktischen Marschorder. (VON KLAUS BLUMTRITT/ Mitteldeutsche Zeitung)

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