01.Runde, DFB-Pokal 2016/2017: FSV Zwickau vs. Hamburger SV 0:1

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Spielbericht

Pokalaus nach tollem Fußballabend

Es hat nicht sollen sein. Der FSV Zwickau hat am Abend denkbar knapp mit 0:1 gegen den Hamburger SV verloren. Im ausverkauften Stadion Zwickau zeigte der FSV eine couragierte Leistung, musste sich dem Bundesligadino aber nach einem Tor von Alen Halilovic geschlagen geben.

Der FSV begann die Partie mit einer Viererkette. Zentral spielten Marcel Gebers und Alexander Sorge und außen Patrick Göbel und Nils Miatke. Vorne agierte der FSV mit Jonas Nietfeld als einziger Spitze. Der HSV lief in exakt der selben Formation auf wie beim Testspiel gegen Lyngby BK, also im Angriff mit Neuzugang Bobby Wood statt Pierre-Michel Lasogga. Hamburg startete dominant und hatte gerade in der Anfangsphase der Partie viel Ballbesitz. Vor allem der agile Nicolai Müller konnte sich am Anfang mehrfach durchsetzen, fand aber im starken Johannes Brinkies seinen Meister. Auch bei einem Kopfball von Bobby Wood war Brinkies zur Stelle (14.). Der FSV sah in dieser Partie recht zeitig drei gelbe Karten. Bis zu 23. Minute waren Wachsmuth, Gebers und Miatke verwarnt. Die sich bietenden Freistoßchancen konnten die Hamburger allerdings nicht nutzen. Auch aus dem Spiel heraus war für den Bundesligisten spätestens bei Johannes Brinkies Endstation. Seine Paraden gegen Gregoritsch (30.) und Müller (31.) verhinderten den Zwickauer Rückstand. Der wäre dann fast per Eigentor gefallen. Eine Kopfballrückgabe von Patrick Göbel landet am Pfosten. Beim Nachschuss von Gregoritsch ist Brinkies wieder zur Stelle (36.). Der FSV traute sich erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit in des Gegners Hälfte. Die von Patrick Göbel getretenen Ecken brachten Gefahr, doch die HSV-Abwehrhünen passten auf. Der HSV kam auch noch einmal gefährlich vors Zwickauer Tor, doch Sakai fand ebenfalls in Brinkies seinen Meister.

Nach der Pause fand der FSV besser ins Spiel. Der HSV konnte in dieser Phase keine Akzente setzen, hielt sich aber hinten schadlos. HSV-Kapitän Johan Djourou räumte hinten alles ab und ließ den FSV zu keinen nennenswerten Chancen kommen. Trotzdem war der FSV nun viel präsenter und wurde vom eigenen Publikum frenetisch angefeuert. Christoph Göbel dribbelt sich schön durch, tunnelt seinen Gegenspieler, kommt aber trotzdem nicht zum Abschluss (56.). Zwickau machte es jetzt richtig gut und kam hinten kaum noch in Gefahr. Bis der gerade eingewechselte Alen Halilovic dem Zwickauer Nils Miatke den Ball abnimmt und unwiderstehlich nach vorne läuft. Der Neuzugang vom FC Barcelona lässt Brinkies keine Chance und trifft zum 0:1 (70.). In dieser Phase hätte der HSV erhöhen können. Wood trifft den Pfosten und Gregoritsch scheitert im Nachschuss ein weiteres Mal an Brinkies (75.). Doch die große Chance zum Ausgleich für den FSV sollte noch kommen. Ein Freistoß von Patrick Göbel aus gut 35 Metern kommt zu Toni Wachsmuth, der aus Nahdistanz am glänzend reagierenden René Adler scheitert (80.) . Viele Fans hatten da schon den Torschrei auf den Lippen. Ganz zum Schluss dann noch ein Freistoß für den FSV: René Lange bringt den Ball nach innen. Marcel Bär kommt zum Schuss, doch dieser wird noch entscheidend abgeblockt. Am Ende steht eine knappe Niederlage, aus der der FSV aber mit erhobenem Haupt gehen kann . Die couragierte Leistung macht Lust auf mehr ...

Tor

0:1 Halilovic (70.)

Aufstellungen

FSV Zwickau: (Trainer: T. Ziegner)

Brinkies - P. Göbel, Sorge, Gebers, Miatke - Wachsmuth, Lange - Bär, Frick (61. Schlicht), C. Göbel (77. Zimmermann) - Nietfeld (69. König)

Hamburger SV: (Trainer: B. Labbadia)

Adler - Sakai, Cleber, Djourou, Ostrzolek - Jung, Hunt - Müller (63. Halilovic) - Gregoritsch, Kostic - Wood (83. Lasogga)

Schiedsrichter

Robert Kempter (Sauldorf)

Zuschauer

10.134 - darunter 1.200 Gäste

Spielort

Stadion Zwickau, Zwickau

Stimmen zum Spiel

Ronny König (Spieler FSV Zwickau): "Ich bin ziemlich geknickt. Das Gegentor war sehr ärgerlich. Wir wussten, dass s es gegen einen Bundesligisten eine Nummer schneller zugeht. Trotzdem waren wir nicht chancenlos. Das war überragend. Ich freue mich auf die nächsten Heimspiele.“

Johannes Brinkies (Torhüter FSV Zwickau): "Danke an die Fans, das war gewaltig. Das hat richtig Spaß gemacht.“

Patrick Göbel (Spieler FSV Zwickau): "Die Enttäuschung überwiegt ganz klar. Für mich war es – trotz des großen HSV – ein normales Pflichtspiel, das ich auch gewinnen will. In der zweiten Halbzeit haben wir auch gut dagegengehalten. Das müssen wir für die Liga mitnehmen. Es ist alles neu, superschön. Die Zuschauer sind eng am Spielfeld dran. Ich hoffe, dass der Rasen lange in dem Zustand bleibt“

Nils Miatke (Spieler FSV Zwickau): "Der Gegner hat gut gepresst. Ich habe mich in diesem Moment falsch entschieden. Wir wussten vorher, dass wir uns keine Fehler leisten dürfen, wenn es mit der Sensation klappen soll. Es tut mir leid.“

Alen Halilovic (Spieler Hamburger SV): "Der Sieg war für den Saisonstart sehr wichtig. Emir Spahic hat mir bisher super geholfen, dass ich mich gut in Hamburg einlebe."

Jürgen Croy (ehemaliger Torhüter FSV Zwickau): "Schönes Stadion, schönes Wetter und eine tolle Kulisse. Jetzt liegt es an der Mannschaft, etwas daraus zu machen. Sie hat sich das erarbeitet. Wenn sie Spiele gewinnt oder nicht oft verliert, bildet sich vielleicht ein treuer Stamm von 5000 bis 7000 Zuschauern.“

Alois Glaubitz (ehemaliger Spieler Motor Zwickau): "Ich muss mich revidieren. Ich war ja immer total gegen einen Standortwechsel, wollte, dass unsere alte Festung Westsachsenstadion umgebaut wird. Das sehe ich jetzt anders. Die Stimmung war riesig. Ich hatte das Gefühl, der HSV war an diesem Tag zu packen.“

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